Linzer Salon als Praxisraum für evolutionären Dialog

Jeder kennt es aus dem eigenen Leben: Dialog - insbesondere im politischen oder wirtschaftlichen Kontext - ist selten ein echtes Miteinander. Wir sind aufgewachsen in einer Kultur, in der das Individuum im Zentrum steht, und haben dabei gelernt, zumeist dementsprechend ausgerichtet zu kommunizieren.


Im Vordergrund steht das Überzeugen, anstatt aufeinander einzugehen. Die eingenommene Perspektive bleibt zumeist die eigene. Weil man oftmals ohnehin nicht gehört wird, fällt als Konsequenz mitunter selbst simples Zuhören schwer. Diese Muster versucht der Linzer Salon in einem bewussten Prozess immer wieder zu durchbrechen.


Zum Thema zu Gast war diesmal Mike Kauschke aus Deutschland. Er ist leitender Redakteur beim evolve-Magazin und unter anderem bei emerge aktiv. Mit seiner langjährigen Praxis und Übung der emergent dialogues bereicherte er mit seinen Impulsen unseren Salon, und die Kultur, die sich auch bei uns schon ein Stück weit gebildet hat.


Beim “Evolutionären Dialog” versuchen wir über das eigene Ego hinauszugehen. Wir versuchen als Gruppe eine Thematik aus der Perspektive der Gesamtheit zu erfassen, und darauf die Kommunikation aufzubauen. Unterstützend gehen wir dazu, so gut es uns gelingt, in die Präsenz der Gegenwart. Ein Stück weit losgelöst von Erwartungen an die Zukunft oder vergangenen Erfahrungen. Schlussendlich ist das Ganze eine Praxis. Mit etwas Übung gelingt es aber immer wieder erstaunlich gut, und Aha-Erlebnisse und Highlights der Kommunikation emergieren aus dem geschaffenen Raum.


Unweigerlich stellt sich dabei immer wieder die Frage, welche Potentiale für Fragen der Gesellschaft bei Kultivierung der Praxis in größeren Gruppen freigesetzt werden können oder könnten, und welche Rahmenbedingungen es dafür braucht?


Infos zum nächsten Salon auf www.linzersalon.at.