Ganzheitliche Politik im Sinne des Allgemeinwillens ohne Parteien im klassischen Sinn

Die Entwicklung der Politik und der Demokratie erfolgt immer wieder in Schüben. Wesentliche Beispiele der letzten Jahrhunderte waren in der westlichen Welt die Gründung der USA 1776. Die französische Revolution 1789. Die bürgerlich-demokratische Revolution in Europa 1848. Sowie die Neuordnungen nach dem 1. Weltkrieg 1918, und dem 2. 1945.


Diese evolutionären Entwicklungen waren nie selbstverständlich. Unterm Strich waren sie aber jeweils notwendig. Notwendig, um den Anforderungen der jeweils aktuellen Zeit gerecht zu werden. Selbst wenn die bisherigen Gesellschaftsordnungen und Systeme sich mitunter vehement gegen die Innovationen wehrten.


Politik betrifft uns alle und lebt daher von der Stabilität. Trotz allem sind einige der noch standardisierten Praktiken mittlerweile überholt. Leicht zu erkennen ist das an der nunmehr weitläufigen jahrzehntelang andauernden Politikverdrossenheit in der Bevölkerung. Die Ursache liegt in der Unzufriedenheit mit den realen Resultaten und Ergebnissen.


Gehen wir den Problemen weiter auf die Spur. Wir leben mittlerweile, insbesondere durch das Internet, in einer Zeit, in der Information auf Knopfdruck sowohl konsumiert als auch produziert werden kann. Das aktuelle politische System nutzt diese Möglichkeiten nicht.


Das größte Hindernis dabei ist die Fokussierung auf Parteien. Anstatt überparteilich Lösungen zu finden und umzusetzen, ist die Vertretung von Partikularinteressen - im Gegensatz zur Findung des Allgemeininteresses - ein ständiges Gegeneinander. Die klassischen Parteien werden deswegen im 21. Jahrhundert zunehmend ein Stück weit ihrer Existenzberechtigung verlieren. Historisch betrachtet hatten die Bürger und Bürgerinnen zuerst keine Möglichkeit mitzubestimmen. Danach und aktuell werden sie von Mittelsmännern und -frauen vertreten - Repräsentanten, mit Fokus auf die eigene Klientel. In Zukunft werden wir alle direkter beteiligt sein. Die evolutionären Schritte sind dabei von Interessen weniger Herrscher, über die von Gruppierungen, bis hin zur Allgemeinheit, also uns allen.


Die nächste Ausprägung der Demokratie und Politik wird demnach eine sein, die eine noch unmittelbarere Form der Gestaltung ermöglicht. Sie wird die kollektive Intelligenz der Menschen nutzen, und Wege finden, diese auf gute Art und Weise ins tägliche politische Leben zu integrieren.


Spannend ist aktuell, wie wir uns kollektiv die Qualitäten der nächsten politischen Generation aneignen werden. Das Ego wird in den Hintergrund rücken, und das echte Gemeinsame in den Vordergrund. Die Kultivierung neuer Dialogformen wird salonfähig werden. Der ganzheitliche Blick für das Zusammenleben wird möglich werden.


Angesichts der Corona-Krise und ihrer vielschichtigen gesellschaftlichen Implikationen von gesundheitlich, über sozial, bis hin zu wirtschaftlich, wird der Umbruch in die nächste evolutionäre Stufe früher passieren, als es dem Mainstream des noch bestehenden Systems recht sein wird. So, wie das historisch immer der Fall war. Ich freue mich auf die nächsten Jahre und Jahrzehnte!